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Heinrich Zille

wurde am 10.1.1858 in Radeburg bei Dresden in Sachsen geboren. Mit seinen Eltern kam er 1867 nach Berlin, ging dort zur Schule und begann im April 1872 eine Lehre als Lithograph. Seit 1872 hatte H. Zille eine feste Stelle bei der "Photographischen Gesellschaft" in Berlin. Anfang der neunziger Jahre zog er mit seiner inzwischen auf fünf Köpfe angewachsenen Familie nach Charlottenburg in die Sophie-Charlotte-Straße 88., IV. Stock und wohnte darin bis zu seinem Tode.

Heinrich Zille: Circusspiele, 1925 Zille arbeitete für Tageszeitungen und die Zeitschriften "Lustige Blütter", "Simplicissimus" und "Jugend", schilderte in volkstümlich-humoristischen und zugleich satirisch anklagenden Zeichnungen das Leben des Berliner Proletariats.

Freunde Zilles: Trude Hesterberg, Max Liebermann, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, Claire Waldoff, Walter Kollo, Walter Mehring, Kurt Gerron, Paul Graetz, Annemarie Hase, Alice Hechy, Senta Söneland, Michel Bohnen, um nur ein paar zu nennen.

Am 26. Februar 1929 erlitt H. Zille einen Schlaganfall und schloß am 9. 8. 29 die Augen. Mit dem "Armeleutemaler", dessen humorvolle Bildunterschriften oft im Widerspruch zum Elend auf den Zeichnungen steht, verschwindet auch ein Maler des Berliner "Milljöhs" und der "Berliner Rangen".

"Aus'm Hinterhaus
kieken Kinder raus.
Blaß und unjekämmt,
mit und ohne Hemd.
Unten uff'n Hof
is'n Riesenschwoof.
Und ick denk mir so beim Geh'n:
Wo hast du das schon mal geseh'n?
Das war sein Milljöh,
das war dein Milljöh."
Zille: heute kein Kaffee
Das kalte Frühstück
("Vater sitzt inn der Destille und Mutter liegt in'n Landwehrkanal, heute gibts keen Kaffee")






Heinrich Zille: Jören mit Kinderwagen, 1923
Jören mit Kinderwagen, 1923